Eclipse ist nicht nur eine der beliebtesten Software-Entwicklungsplattformen, sondern in Form von Eclipse RCP auch eine beliebte Plattform zum Erstellen von Java-Clients. Zunehmend wird der Runtime Kernel Equinox auch als Basis für serverbasierte Anwendungen verwendet. Riena, ein relativ neues Eclipse-Projekt, setzt auf diesen Erfahrungen auf und positioniert sich als Plattform für verteilte Multi-Tier-Client/Serveranwendungen. In unserem Titelthema werden zwei Aspekte von Riena genauer unter die Lupe genommen: Ein Schwerpunkt ist der Verteilungsaspekt von Komponenten, der bisher im Eclipse-Umfeld durch bestehende Projekte nicht ausreichend abgedeckt wurde.
Christian Campo
Eclipse bietet mit der Rich Client Platform ein modernes Framework zur Erstellung von User Interfaces an. Es fehlt allerdings eine Schicht für die einheitliche Abbildung einer durch Geschäftsprozesse geprägten Anwendung in das User Interface. Riena erweitert RCP um die hierfür notwendigen Komponenten.
Heiko Barth
Ein persönlicher Ausblick auf Eclipse: die IDE, das Anwendungsframework & die Community: Mit meinem Datenhandschuh erfasse ich das Plug-in. Seine hohe Komplexität wiegt schwer in meiner Hand. Per Fingerzeig öffne ich es und tauche zwei Abstraktionsebenen tiefer über die Package- und Klassenebene hinunter zur Programmlogik. Meine Kollegin aus Shanghai, erscheint live als Hologramm. Zusammen spielen wir eine mögliche Verbesserung durch. Eclipse 10.2 zeigt uns die daraus entstehenden Strukturänderungen dreidimensional an und führt die nötigen Tests im Hintergrund automatisch aus. Ein Traum?
Holger Voormann
Unabhängig von der Größe einer Anwendung sind die Schritte zur Erstellung eines vollständigen Builds nicht immer trivial. Erfolgt dieser Vorgang nicht automatisiert, sind Aufwand und Fehlerwahrscheinlichkeit mitunter sehr hoch. Ein automatisiertes Build-System minimiert den Aufwand zur Erstellung vollständiger Builds erheblich, führt zu wiederholbaren Ergebnissen und ermöglicht zudem ein frühzeitiges Aufdecken von (Integrations-)Fehlern.
Daniel Meisen
Wenn Sie Plug-ins für Eclipse programmieren, kommen Sie oft in die Situation, dass Ihr Plug-in sich so verhalten oder so aussehen soll, wie alle anderen Plug-ins auch. Die Dokumentation reicht dafür aber oft nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen. Die Suche ist dafür ein gutes Beispiel.
Thomas Maurer
Java hat zu Unrecht den Ruf, sich nur schlecht für die Realisierung von Desktopanwendungen zu eignen. Insbesondere im Unternehmensumfeld wurde in den vergangenen Jahren vorzugsweise auf HTML gesetzt, wollte man Java-EE-Anwendungen mit User Frontends versorgen. Mit Eclipse RCP können unternehmenstaugliche Desktopanwendungen vereinfacht werden. Dies bleibt jedoch nicht ohne Auswirkungen auf die Architektur der gesamten Enterprise-Anwendung.
Peter Friese, Stefan Reichert
Lotus Notes erlaubt ab Version 8 mehr als nur die flexible Integration von Anwendungen per Rich-Client-Platform-(RCP-)Plug-ins. Über den Ansatz der Composite Applications entstehen modulare Anwendungen, deren Komponenten – unabhängig von Ihrer Technologie – miteinander kommunizieren können.
Matthias Schneider
Mit dem Zusammenrücken von Spring und OSGi durch Spring Dynamic Modules (DM) ergeben sich neue und vielversprechende Möglichkeiten für die Eclipse-RCP-Entwicklung. Im Kern definiert Spring DM dabei eine einfach zu nutzende Integrationsschicht für die Framework-Welten von Spring und OSGi. Aufsetzend auf dieser Schicht kann der Entwickler zukünftig mit deutlich weniger Aufwand flexible RCP-Applikationsarchitekturen erstellen.
Alexander Thurow, Heiko Seeberger
Sobald eine Anwendung mit großen Datenmengen arbeitet, werden diese Daten auch grafisch aufbereitet. Um dabei in Java Swing oder einer Webanwendung Diagramme anzuzeigen, gibt es eine Vielzahl von Bibliotheken und langjährig ausgereifte Komponenten. Sucht man nach geeigneten Möglichkeiten in der Eclipse-RCP-Entwicklung so kommt man an der BIRT Chart Engine nicht vorbei. Mithilfe der BIRT Chart Engine können die verschiedensten Daten als Diagramme direkt eingebunden werden.
Karsten Voigt
Kryptografie und deren Anwendung wird häufig mit Mathematik und schwer verständlichen Vorgängen in Verbindung gebracht. Die E-Learning-Software CrypTool versucht bereits seit einigen Jahren, dieses Vorurteil zu beheben. Das Open-Source-Projekt JCrypTool ist nun angetreten, dieses Tool mit Java plattformunabhängig und mit der Eclipse RCP erweiterbar umzusetzen und so neue Anwender für die Kryptografie zu interessieren.
Dominik Schadow
Zeitgleich mit der Herausgabe der Version 3.4 von Eclipse erblickte auch eine neue Version des C/C++-Plug-ins CDT das Licht der Welt. Schon der Versionssprung von 4.0 auf 5.0 lässt auf vielfältige konzeptionelle Änderungen schließen. Kann CDT damit zu anderen C/C++-Entwicklungsumgebungen aufschließen?
Sebastian Bauer